AMD hat zahlreiche Grafikkarten älteren Baujahrs in den Legacy-Treiber-Support verschoben. Mit neuen Updates kann somit nicht mehr gerechnet werden. Leider fiel der OpenCL Support der neuesten Version zum Opfer, obwohl dieser in der „Radeon Settings“ Software (Version 2.x) angezeigt wird. Wer zwingend OpenCL benötigt und auf den neuesten Treiber setzen will, der erhält hier einen möglichen Lösungsvorschlag.

Was verbirgt sich hinter OpenCL?

OpenCL ist eine Schnittstelle welche die Leistung aktueller Grafikprozessoren auch für nicht-grafische Anwendungen nutzbar macht. In Adobe Photoshop, Lightroom wie auch Premiere Pro profitiert der Anwender von den freien Ressourcen der Grafikkarte. Im Falle von Premiere Pro kann bei höheren Auflösungen eine flüssige Wiedergabe der Timeline realisiert werden. Ich verwende für den Videoschnitt, wie auch für das Color Grading die Freeware Davinci Resolve 12 von Blackmagic Design. Ohne den OpenCL Support ist die Applikation nicht vernünftig bedienbar.

Die Community ist gefordert

Mit dem Upgrade auf Windows 10 wurden neue Treiber fällig. Zum Teil liegt das auch an der veränderten Technik zur Realisierung von einem Wechsel zwischen integrierter und dedizierter Hardware. Gerade im Notebook Segment ist man durch die „switchable graphics“ an den Hersteller gebunden, welcher bereits kurz nach Marktstart den Treiber Support auslaufen lässt. Eine Lösung bietet hier Aliaksei Dzenisevich mit seinem Projekt leshbatlabs.net. Die Community wird seit 2010 mit den neuesten Treibern für die integrierte Intel Grafikeinheit und der dedizierten Grafikkarte von AMD versorgt. Die von AMD veröffentlichten Treiber wurden in dem privaten Projekt optimiert und an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst. Da die offiziellen Treiber stets die Grundlage bilden war abzusehen, dass auch im letzten Release der OpenCL Support entfallen würde. Eine funktionierende Lösung konnte ich bei meinen Recherchen nicht ermitteln, weshalb ich selbst einen Versuch startete.

Warum fehlt OpenCL in der aktuellen Version?

Die Frage lässt sich recht einfach beantworten. In der aktuellen Version wird OpenCL 2.0 angezeigt, jedoch unterstützen die betroffenen Grafikkarten nur den Standard 1.2. Entweder wurde die falsche Version ausgeliefert oder die Unterstützung nur in einer Nacht und Nebel Aktion entfernt. Folglich ist der Treiber in dieser Form von AMD keine Glanzleistung.

Treiber Analyse – Vergleich der Versionen

Mit der vorherigen Treiber Generation konnte auf die OpenCL Fähigkeiten zurückgegriffen werden, weshalb eine Detailprüfung des aktuellen Treibers einen möglichen Ansatzpunkt liefern könnte. Mit fast 700 MB Downloadgröße sicherlich kein leichtes Unterfangen, was mich auch mehrere Nächte gekostet hat. Schlussendlich konnte ich über die Anpassung mehrerer INF-Files und kopieren von Dateien zu einer brauchbaren und vor allem für den Laien praktikablen Lösung kommen.

Bei der vorherigen Bereinigung mittels DDU (Display Driver Uninstaller) werden dringend benötigte DLLs und EXE-Dateien entfernt, welche sich einfach gesagt um die OpenCL Unterstützung kümmern. Diese Dateien konnte ich vom vorherigen Release sichern und auf mein Google Drive Account hochladen, damit ihr diese verwenden und mehrere Schritte überspringen könnt.

Unterstützte Grafikkarten des Crimson Treibers (legacy)

  • AMD Radeon™ R5 235X, Radeon™ R5 235, Radeon R5™ 230, Radeon™ R5 220 Series Graphics
  • AMD Radeon™ HD 8470, Radeon™ HD 8350, Radeon™ HD 8000 (D/G variants) Series Graphics
  • AMD Radeon™ HD 7000 – HD 7600 (including A/D/G/M variants) Series Graphics
  • AMD Radeon™ HD 6000 (including A/D/G/M variants) Series Graphics
  • AMD Radeon™ HD 5000 (including M variant) Series Graphics

 Unterstützte Grafikkarten des UnifL Treibers

  • AMD (M variant) 5xxx / 6xxx / 7xxx / 8xxx / Rxxx Series
  • Intel HD / HD2000 / HD2500 / HD3000 / HD4000 / Iris / Haswell / Broadwell CPU Embedded Graphics

Short Version – In der Kürze liegt die Würze

  • Deinstallation der Intel und AMD Treiber mittels „DDU“ (Display Driver Uninstaller)
  • Neustart des Systems
  • Installation des letzten Crimson oder UnifL Treibers
  • Neustart des Systems
  • Kopiere die DLLs aus dem ZIP-Archiv von meinem Google Driver in das System32 und Syswow64 Verzeichnis
  • Sollten dir die Schreibrechte fehlen, dann starte Windows im abgesicherten Modus
  • Neustart des Systems
  • Testen von OpenCL mittels einer geeigneten Anwendung (GPU-Z)

Hat dieser Workaround für dich funktioniert? Teile deine Erfahrungen über die Kommentarbox. Bei Rückfragen kannst du dich gerne an mich wenden.


Christian

Hi, ich bin Christian! Baujahr 1984 und im Herzen der Oberpfalz zuhause. Du findest mich auch bei Twitter und Instagram.