Ölheizung optimieren: Buderus G115 mit Ecomatic HS 3220 nachgemessen

Unsere Ölheizung braucht gut 2.300 bis 2.500 Liter im Jahr, und die Rohre im Keller kamen mir immer ziemlich heiß vor. Also stand ich an einem Samstagabend mit Handy und Bedienungsanleitung vor dem Kessel. Vorweg: Kaputt ist nichts, und viel spare ich am Ende auch nicht. Interessant war es trotzdem.
Die Anlage
Ein Buderus-Paket aus den 90ern mit Weishaupt-Brenner. Neu ist nur die Heizungspumpe.
| Bauteil | Modell | Daten |
|---|---|---|
| Kessel | Buderus G115 | Guss-Niedertemperaturkessel |
| Brenner | Weishaupt WL10 A | Baujahr 1994, 1,4–3,2 kg/h (ca. 16–38 kW) |
| Regelung | Buderus Ecomatic HS 3220 | Kesselkreis-Modul 004/005, Schaltuhr |
| Speicher | Buderus LT 135 | 135 Liter |
| Pumpe | Biral Hocheffizienz | Proportionaldruck, Stufe 3, 6–19 W |


Welche Düse im Brenner steckt, weiß ich nicht. Ist sie zu groß, taktet der Brenner. Das kläre ich bei der nächsten Wartung.
Neigung, Niveau und Sommer/Winter
Die HS 3220 regelt nach Außentemperatur. Am Kesselkreis-Modul sitzen dazu drei Knöpfe:

- Neigung (0–20): wie stark die Kesseltemperatur bei Kälte steigt, wirkt vor allem unter +5 °C. Werkseinstellung 11.
- Niveau (0–50 K): verschiebt die ganze Kurve. Ein Teilstrich sind 5 K, das entspricht etwa 2 °C Raumtemperatur. Werkseinstellung 10.
- Sommer/Winter (10–20 °C): darüber heizt die Anlage nicht, nur das Warmwasser läuft weiter.
Bei uns standen sie auf Neigung 7, Niveau 5 und 15 °C, also schon unter Werk. Laut Kennlinie in der Anleitung ergibt das bei +10 °C draußen rund 40 °C Kesselwasser, bei 0 °C rund 48 °C. Trotzdem zeigten beide Thermometer bei 5 °C draußen 60 °C. Ich habe auf Neigung 6 bis 7, Niveau 0 und 13 °C umgestellt.
Was die Thermometer wirklich zeigen
Direkt danach: 75 °C im Vorlauf, 30 °C im Rücklauf. Sah nach zu wenig Durchfluss aus, war aber Stillstand. Alle Thermostatventile waren zu, das Wasser stand, und die Thermometer zeigten nur noch die Temperatur des jeweiligen Rohrstücks.

Also alle Heizkörper auf und zugeschaut. Bei rund 48 °C sprang der Brenner an, und gleichzeitig ging die Heizungspumpe aus. Erst als der Kessel wieder warm war, lief sie weiter.

| Messpunkt (5 °C außen) | Wert |
|---|---|
| Brenner ein | ca. 48 °C |
| Brenner aus | ca. 60 °C |
| Laufzeit | 6–7 min |
| Zyklus | 15–20 min |
| Spreizung | 7–13 K |

Die Kennlinie hätte bei dieser Einstellung nur gut 35 °C verlangt. Der Kessel läuft also unabhängig von den Knöpfen zwischen 48 und 60 °C. Ich vermute eine interne Mindesttemperatur oder eine Pumpenlogik, wie Buderus sie bei neueren Regelungen so nennt: Unter einem Grenzwert bleibt die Pumpe aus, damit im Gusskessel kein Kondensat entsteht. In der Bedienungsanleitung steht dazu nichts.
Übrigens: Nach dem Abschalten stieg der Vorlauf noch auf 63 °C. Das ist die Restwärme im Guss und kein Grund zur Sorge.
Außenfühler ohne Messgerät prüfen
Ein zu kalt messender Fühler hätte die hohen Temperaturen auch erklärt. Die HS 3220 zeigt den Messwert nicht an, aber man kann ihn über den Sommer/Winter-Knopf herausfinden: Knopf langsam hochdrehen, bis die LED von Sonne auf Schneeflocke springt. Dort liegt ungefähr die gemessene Außentemperatur.
Bei mir war das bei etwa 5 °C, laut Wetterdienst hatte es 5,3 °C. Der Fühler passt.
Zeitprogramm und Warmwasser
Hier hatte ich das meiste Sparpotenzial erwartet. Im PROG-Modus zeigt die Schaltuhr aber, dass schon alles knapp eingestellt ist:

| Uhrzeit | Heizung | Warmwasser + Zirkulation |
|---|---|---|
| 5:00 | Tag | an |
| 6:00 | – | aus |
| 13:00 | – | an |
| 14:00 | – | aus |
| 22:30 | Nacht | aus |
Beim Warmwasser bleibe ich bei 60 °C. Für Einfamilienhäuser gilt nach DVGW W 551 zwar nur, dass man nicht unter 50 °C gehen soll (SBZ). Das Umweltbundesamt empfiehlt aber 60 °C am Speicher (Überblick), und mit Zirkulation gehen unterwegs ein paar Grad verloren.
Was es bringt
Ich schätze 2 bis 5 %, also 50 bis 120 Liter im Jahr. Solange der Kessel nicht unter 48 °C fällt, wirkt die niedrigere Kurve nur an kalten Tagen. Ob es stimmt, zeigt der Tank: Ich lese ihn ab jetzt monatlich ab.
Für die nächste Wartung habe ich mir notiert:
- Wo liegt die Mindesttemperatur bzw. Pumpenlogik, und darf sie beim G115 runter?
- Welche Düse ist verbaut, und passt sie zur Heizlast?
- Abgasverlust messen, Kessel reinigen.
Wenn die Untergrenze sinken darf, sind vielleicht noch 5 bis 10 % drin. Mehr geht mit einem Kessel von 1994 nicht.
Christian Ackermann
Softwareentwickler (C++, C, Java, C#) aus der Oberpfalz, bloggt seit 2001 über Linux, Technik und Kochen.