Battlefield 4 auf einem alten Notebook: Mit GPU-Übertaktung 20 % mehr Leistung

Hinweis: Stand Dezember 2014. Übertakten geschieht auf eigene Gefahr, die genannten Werte gelten nur für dieses System und können deine Hardware dauerhaft beschädigen.
Battlefield 4 ist bereits über ein Jahr auf dem Markt, und DICE liefert weiterhin Updates und Erweiterungen. Als Premium-Mitglied stehen die DLCs kostenlos zur Verfügung. Der Shooter wurde anfangs wegen miserabler Stabilität und unzähliger Cheater verspottet und von den Fans ignoriert. DICE und Electronic Arts reagierten, wenn auch zögerlich, mit Patches und Server-Updates. Dadurch wurde ein Stand erreicht, der das Spiel in meinen Augen an die Spitze der aktuellen Taktik-Shooter hebt. Aktuelle Nutzerzahlen hat EA leider noch nicht veröffentlicht.
Ausgangslage
Die verfügbare Hardware ist alles andere als aktuell: Ein Notebook, das älter als fünf Jahre ist und eine langsame AMD Radeon 5650M besitzt, bietet wohl keine ausreichenden Reserven, um den Titel in mindestens 720p flüssig darzustellen. Diese Einschätzung wurde durch Beiträge in Foren und auf YouTube bestätigt: unspielbar, nervige Ruckler und Systemabstürze. Selbst mit den niedrigsten Grafikeinstellungen war die Ausgabe nicht akzeptabel.

Challenge accepted
Als leidenschaftlicher Battlefield-3-Spieler mit 119 Stunden aktiver Gefechtszeit hatte ich bei gleicher Konfiguration eine deutliche Verbesserung bei Gameplay und Grafik erwartet. Doch hier kam die Ernüchterung. Technisch liegt das Notebook unter den Mindestanforderungen des Entwicklers, große Sprünge waren also nicht zu erwarten. Warum aber nicht alle vorhandenen Reserven aktivieren? Mit Wissen über die verbauten Chips (Baureihe, Revision, maximale Taktraten), die Konstruktion des Notebooks, die Wärmeabfuhr und etwas Fingerspitzengefühl gelingt möglicherweise ein beachtlicher Sprung bei der Gesamtleistung.
Der Download von rund 30 GB wird mit einer langsamen Breitbandverbindung zur Geduldsprobe, die Installation gelang jedoch. Der erste Test mit niedrigsten Einstellungen erreichte selbst bei 720p kein zufriedenstellendes Ergebnis. Die Nutzer im Web hatten recht.
Software verspricht viel, Hardware liefert
Wer auf Software setzt, die unglaubliche Leistungssteigerungen verspricht, handelt sich im Normalfall nur Adware ein und merkt kaum eine Verbesserung. Erst eine Modifikation der Hardware schaltet oft vorhandene Reserven frei. Hier lege ich größte Vorsicht ans Herz: Notebooks sind vom Hersteller auf die verbaute Hardware ausgelegt und bieten keine Reserven für die zusätzliche Abwärme. Der Hitzetod der Komponenten ist im Gegensatz zum Desktop-PC sozusagen vorprogrammiert.
Der Speichertakt der Grafikkarte regelt die Leistung bei der Bildberechnung. Er schlägt den GPU-Takt beim Übertakten in Bezug auf das zu erwartende Ergebnis um Längen.
Ein möglicher Tipp: Mit MSI Afterburner kannst du Core- und Speichertakt der Grafikkarte ändern. Die Bedienung ist einfach, jede kleine Änderung sollte aber unter ständigem Blick auf GPU-Auslastung und Temperatur ausreichend getestet werden. Verwende bitte nicht sofort meine genannten Werte, sie könnten deine Hardware dauerhaft zerstören. AMD stellt für jeden seiner Chips Datenblätter bereit, außerdem verrät der Aufdruck auf dem Speicherchip Hersteller und Modell. Achtung: Selbst innerhalb einer Baureihe können Unterschiede auftreten. Sind maximaler Takt und Temperaturbereich der Komponenten bekannt, kannst du dich langsam der gewünschten Konfiguration annähern.
Tipps für bessere Wärmeabfuhr
Du verwendest einen externen Monitor? Entferne den Akku aus dem Gerät und stelle das Notebook in Form eines Daches an eine gut belüftete Stelle. Die Luft kann nun ungehindert zirkulieren. Für Spitzenwerte kann kalte Außenluft noch etwas mehr bringen. Beachte aber, dass sich Kondenswasser bilden und die Hardware dauerhaft beschädigen kann.
Das System
- Acer TimelineX 4820TG
- Windows 8.1 64 Bit
- Intel i7 M 640 mit 3.200 MHz
- 8 GB RAM, Dual-Channel DDR3 mit 1.066 MHz
- Mobility Radeon 5650M mit 1 GB, 650 MHz / 1.040 MHz statt 550 MHz / 800 MHz
- 512-GB-SSD
Fazit
Durch die Modifikation von GPU- und Speichertakt stieg die Gesamtleistung des Systems um etwas über 20 %. Das macht sich auch beim Rendern von hochauflösendem Videomaterial mit der Adobe Mercury Engine deutlich bemerkbar. Zurück zur Ausgangsfrage: Battlefield 3 und 4 lassen sich nun mit mittleren Details und 900p flüssig spielen. Es ist beeindruckend, welche Reserven in dem betagten Notebook steckten.

Christian Ackermann
Softwareentwickler (C++, C, Java, C#) aus der Oberpfalz, bloggt seit 2001 über Linux, Technik und Kochen.